„Meine Seele sieht das Land der Freiheit“ – Gottesdienst zum 90. Geburtstag von Dorothee Sölle am 15. September

Ende September wäre die bekannte und streitbare Theologin 90 Jahre alt geworden: Wie können wir nach Auschwitz noch von einem guten und allmächtigen Gott sprechen? – Diese Frage trieb Dorothee Sölle um. Für sie konnte Gott nicht beides sein, gut und allmächtig und auch noch irgendwie verständlich. So nahm sie ihn ihrem Denken und Fühlen Abschied vom „Allmächtigen Vater“ und entwickelte andere Vorstellungen von Gott, inspiriert von den Texten der Bibel und in Auseinandersetzung mit den Themen ihrer Zeit. 

Mit ihrem Mann Fulbert Steffensky und anderen begründete sie das “Politische Nachtgebet”. In vielen verschiedenen Formen entwickelte es sich weiter; bis heute ist es fester Bestandteil der Evangelischen Kirchentage z.B. in diesem Jahr mit einem Gedenken der Toten an den Grenzen Europas. Dorothee Sölle entwickelte einen neuen Zugang zur Mystik – ihr Hauptwerk trägt den Titel „Mystik und Widerstand”. Für viele Menschen innerhalb wie außerhalb der Kirche war sie eine theologische und geistliche Lehrerin. 

Der Gottesdienst am 15. September in Pfingst wird gestaltet von Pfarrerin Lioba Diez und Pfarrerin Anja Siebert-Bright (Martin-Luther-Gemeinde Neukölln). Es werden einige ihrer Texte erklingen und wir werden dem nachspüren, was ihre Gedanken und Impulse hinterlassen haben. Nach dem Gottesdienst findet Kirchencafé statt – eine gute Gelegenheit zu Begegnung und Austausch.