Gedenken der Toten an den europäischen Grenzen – am Sonntag in Charlottenburg

Stellvertretend für unsere Kirche lädt der Kirchenkreis Charlottenburg ein:

Am 10. Juni 2012 gedenken wir in einem Gottesdienst der Toten an den europäischen Grenzen und bekennen unsere Verantwortung für die Flüchtlinge. Der Gottesdienst beginnt um 14 Uhr in der Ev. Friedensgemeinde Charlottenburg, Tannenbergallee 6 (S Heerstraße). Bereits um 12.30 Uhr beginnt ein Vorprogramm mit Informationen über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland und Europa. Verantwortet wird der Gottesdienst von der EKBO, Asyl in der Kirche Berlin und der Friedensgemeinde Charlottenburg. Die Predigt im Gottesdienst hält Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein.

Das genaue Programm finden Sie unter: http://daten.verwaltungsportal.de/dateien/news/166868/120426_frieden_fluechtlingsgodi_small.pdf

Nach Schätzungen des UNHCR sind im Jahr 2011 mehr als 1500 Menschen bei dem Versuch Europa über das Meer zu erreichen ertrunken oder gelten seither als vermisst. Diese traurige Zahl übertrifft das bisherige Höchstmaß aus dem Jahr 2007 um das Doppelte. Viele weitere werden durch Grenzanlagen am Zutritt nach Europa gehindert und harren in Transitländern und Flüchtlingslagern aus.

Im Vorprogramm um 12.30 Uhr informieren die beiden Menschenrechtsorganisationen „borderline-europe“ und „SOS für Flüchtlinge“ über die Lage der Menschenrechte an den Grenzen. Außerdem gibt es ein Gespräch mit einer Flüchtlingsfamilie über ihre Erfahrungen in Europa.

In dem Gottesdienst um 14.00 Uhr werden wir der namenlosen Toten gedenken, die häufig spurlos im Meer oder in der Wüste verschwinden. Ihre Klage, die bei den Menschen kein Gehör fand, soll vor Gott gebracht werden. Was an den Grenzen – weit entfernt von öffentlicher Beobachtung und Kontrolle – stattfindet, soll ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht werden.

Kirchen und Menschenrechtsinitiativen in verschiedenen europäischen Ländern werden anlässlich des Internationalen Tags des Flüchtlings am 20. Juni 2012 auf die tödlichen Folgen der Abschottung der Außengrenzen der EU hinweisen. Die Abschottung erfolgt durch perfektionierte technische Grenzsicherung, durch die Vorverlagerung der Grenzsicherung in die Nachbar- und Transitstaaten der EU sowie durch Rückübernahmeabkommen mit Herkunfts- und Transitstaaten, auch wenn diese die Menschenrechte verletzen.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Asyl in der Kirche Berlin und die Ev. Friedensgemeinde Charlottenburg laden herzlich ein zu Gebet, Bekenntnis und Fürbitte.

 

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