Bischofswort zur aktuellen Situation der Flüchtlinge

Kanzelabkündigung zur aktuellen Situation der Flüchtlinge:

Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel

Zuflucht haben!“ (Psalm 36,8) 

Liebe Schwestern und Brüder,

ich schreibe Ihnen heute diesen Brief, weil die Situation der Flüchtlinge und das Engagement unserer Kirche für diese Menschen mich tief bewegt.“ so beginnt der Brief des Bischofs, den er in diesen Tagen an die Gemeinden schreibt. Darin heißt es weiter:

Ich weiß, dass in unserer Kirche das Engagement für Flüchtlinge beeindruckend ist.

Willkommensfeste werden organisiert, Menschen werden untergebracht, die Öffentlichkeit wird für die Not der Menschen sensibilisiert, Beratung wird angeboten, es gibt Sprachkurse, man trifft sich zum gemeinsamen Kochen, eine Tanzgruppe wird gegründet und vieles, vieles mehr.

Für Ihr Engagement möchte ich Ihnen danken. Es sind Zeichen der Hoffnung und der tätigen Nächstenliebe für Menschen, die unseren Beistand brauchen. (…)

Auch auf landeskirchlicher Ebene setzen wir uns mit großer Kraft für die Flüchtlinge ein. „Wir sind eine Kirche mit Flüchtlingen“, so heißt es in der Konzeption zur Flüchtlingsarbeit, die die Kirchenleitung Anfang dieses Jahres beschlossen hat, nachdem die Landessynode im November 2014 einen Betrag von 500.000 Euro zusätzlich für die Arbeit mit Flüchtlingen zur Verfügung gestellt hatte. Eine unserer Berliner Kirchen, die Kirche St. Simeon in Kreuzberg, werden wir am 8. Oktober 2015 als „Flüchtlingskirche“ eröffnen. Sie wird ein Ort der Begegnung und Beratung für Flüchtlinge sein, ein Raum für öffentliche Diskussionen und ein Ort der Unterstützung von Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Eine mobile Beratung wird in der weiten Fläche unserer Kirche aktiv werden.

Es ist heute noch nicht abzuschätzen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Klar ist aber, dass das Flüchtlingsthema uns noch über eine lange Zeit begleiten wird. Zugleich sind wir auch in unseren Kräften begrenzt und müssen darauf achten, nicht in eine andauernde Überforderungssituation hinein zu kommen. Es ist daher von großer Bedeutung, dass wir auf den verschiedenen Ebenen unserer Kirche und mit den zuständigen Kommunen, Bezirken und Länderverwaltungen zusammenarbeiten.

Ich bitte Sie, sich vorsorglich zu überlegen, ob Sie in Ihrer Gemeinde Räume, wie etwa Gemeinderäume oder nicht benutzte Pfarrwohnungen zur Verfügung stellen könnten, wenn die Zahlen der Flüchtlinge weiterhin so groß bleiben und besonders, wenn die Wintermonate kommen. Zurzeit werden in Berlin bereits dringend Räume für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht. (…)

Diese landeskirchlichen ONLINE Portale geben einen Überblick der Hilfsangebote:

www.ekbo.de; www.berlin-evangelisch.de; www.flüchtlingshilfe-berlin-brandenburg.de

Das große Engagement für die Flüchtlinge auf den verschiedenen Ebenen unserer Kirche erfüllt mich mit Hoffnung und Zuversicht. Lassen Sie uns in dieser herausfordernden Situation gemeinsam auf dem Weg bleiben.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen bin ich

Ihr

Dr. Markus Dröge

Als Anlage enthält der Brief die Erklärung der Leitenden Geistlichen: 2015-09-14_Erklaerung_Fluechtlinge

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